Sonntag, 20. November 2005, 20:00
Trio Lemke – Nendza – Hillmann © PROMO
Johannes Lemke – Saxophon
André Nenza – Bass
Christoph Hillmann – Drums
Reviews
Hanna Styrie
Als »Weltzeitmusik« bezeichnen Johannes Lemke (Saxophon & Klarinette), André Nendza (Bass & Bassschlitztrommel) und Christoph Hillmann (Schlagzeug, Dholak, Tombak und Udu) ihre Musik (zwischen Ethno und Modern Jazz). Fernöstlich-Meditatives kommt darin ebenso vor wie höchst irdische Großstadt-Klänge. Einfallsreich und phantasievoll sind die Kompositionen, mal verträumt-versponnen, mal stark rhythmus-betont, dabei immer äußerst melodisch. Perfekt funktioniert das Wechselspiel zwischen den gut aufgelegten Musikern, deren Spiel mal eng miteinander verzahnt ist, mal weit auseinander driftet und wieder zusammenfindet.
Herbert Federsel, jazzdimensions 05/2005
Mit Vorstellungskraft und Phantasie haben Johannes Lemke (Alt-, Sopransaxophon), Andrè Nendza (Bass) und Christoph Hillmann (Schlagzeug, Percussion) ein Musik zusammengestellt, auf dem auch Elemente aus einer Reihe anderer Spielkulturen verwendet werden. Zentrum des Geschehens ist und bleibt aber der Jazz. Auffällig ist der unaufgeregte, respektvolle Umgang der Musiker mit den anderen Musikkulturen. Das Resultat ist keine beliebig konstruierte Melange: Kompetent, einfühlsam, die Qualitäten des Herkunftsmaterials fein erspürend gehen Lemke, Nendza und Hillmann auf weite Reisen und entwickeln spannende Klanglandschaften. Geschmacksicher und mit klaren Vorstellungen lassen sie sich auf nordische, orientalisch-fernöstliche und lateinamerikanische Erfahrungen ein. Mal nachdenklich-melancholisch gestaltet oder fragil-balladesk, mal voller Dynamik, vital und zupackend oder sinnlich-lässig, als ob man an eine Ben-Webster-Tradition anknüpfen wollte ... ideenreich und lebendig wird der eigene Standort umspielt, das Unbekannte und Unerwartete gesucht. ... Sonny Rollins hat vor fast einem halben Jahrhundert die Messlatte für diese Instrumentalbesetzung wahrlich hoch gelegt. Lemke, Nendza und Hillmann können erhobenen Hauptes zum Sprung ansetzen.
Achim Kaufmann Trio © PROMO
Achim Kaufmann – Klavier
Frank Gratkowski – Altsaxophon, Klarinetten
Wilbert de Joode – Bass
Anfang 2002 spielten wir unser erstes Triokonzert im Amsterdamer Zaal 100.
Gerade in der Zeit hatte ich auch einige Duokonzerte mit Frank – nach vielen Jahren wieder. Das Zusammentreffen im Trio brachte dann noch eine zusätzliche Dimension – Wilberts Sinn für Drama, für Extremhandlungen, war eine unschätzbare Bereicherung.
Was mich vor allem interessiert, ist Ensemblemusik. Das Aufeinandertreffen dreier musikalischer Energien. Instrumentalklänge, verschmelzend oder kontrastierend. Balance – off balance. Momente der Gefährdung. Nicht unbedingt immer Geschlossenheit. Dafür Spannung – excitement.
Im April 2003 gab es eine Reihe von Konzerten in verschiedenen Ländern (teils auch mit Gästen: Paul Lovens, Hans Burgener). Anfang 2004 erschien die CD kwast mit Liveaufnahmen des Trios. Im Februar 2005 erschien unearth, eine Konzertaufnahme aus dem Kölner Loft, bei dem amerikanischen Label nuscope.
Achim Kaufmann – *1962 – seit 1996 in Amsterdam lebend, leitet u.a. gueuledeloup quartet mit Michael Moore – Trio mit Michael Moore/Dylan van der Schyff – spielt(e) mit Han Bennink, Mark Helias, George Lewis, Tomász Stanko, Paul Lovens, Paul Rutherford, Tristan Honsinger, Misha Mengelberg, Steve Swallow u.v.a. SWR-Jazzpreis 2001 – aktuelle CD knives (solo piano) erschien im Herbst 04 bei Leo Records.
Frank Gratkowski – *1963 – Quartett mit Wolter Wierbos, Dieter Manderscheid, Gerry Hemingway – spielte ausserdem mit Georg Graewe, Fred van Hove, Tony Oxley, Peter Kowald, John Lindberg, Simon Nabatov, Thomas Lehn, Ernst Reijseger, Matthias Schubert etc. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen, u.a. auf Leo Records, Red Toucan, Nuscope, Jazzhausmusik, Random Acoustics.
Wilbert de Joode – *1955 – spielt u.a. im Ab Baars Trio, Trio Fuhler-Bennink-de Joode, Eric Boeren Quartet, in Projekten von Michiel Braam, mit Apa Ini (Tobias Delius, Hillary Jeffery und Serigne Gueye), ausserdem Zusammenarbeit mit Steve Lacy, Dennis Charles, Hamid Drake, Derek Bailey, William Parker, Schlippenbach Trio, John Tchicai, Sunny Murray etc. Solo-CD »olo« (Wig, 2002)
Pressestimmen – Trio
Gerda Neunhoeffer, Südkurier 5.4.03
»Man muss es gesehen und gehört haben, wie hier Jazz und alle Facetten neuer Musik zu wahren Höhenflügen der Klangentwicklung vereint werden.«
Bert Noglik, Liner notes zu 'kwast'
»Erstaunlich, dass es (immer noch) möglich ist, in einer solchen Besetzung Neues mitzuteilen. Offenkundig geht es nicht um den Drang zur Innovation um ihrer selbst willen, sondern um feinnervige Kommunikationsstrukturen von drei Musikern, die ? jeder für sich ? das Vokabular auf ihren Instrumenten erweitert bzw. neu definiert haben. (...)«
Hans-Jürgen von Osterhausen, Jazz Podium (D) – über 'kwast'
»Zwischen diesen drei aussergewöhnlichen Musikern entwickelt sich durch neun Titel hindurch eine fast beispiellos inspirierte Kommunikation. (...) Nicht mehr und nicht weniger als eine Sternstunde aktueller Musik.«
Michael Rosenstein, Signal to Noise (kwast)
»This trio gives reason to go and search out more of Kaufmann's music. (...) The three spontaneously weave compact pieces full of intricate, multi-threaded interaction. (...) The group can construct spare, riveting music from the quiet hush of bristling detailed textures. They can also shape improvisations that build to a full-bore rush of heated intensity. But what stands out most is how they do this with such a highly-developed group sound...«
Walter Horn, www.bagatellen.com (kwast)
»Each of the nine mid-length tracks here has plenty of substance, drama, sensitivity and virtuosity. Apparently, Gratkowski and Kaufmann first met while studying at the Conservatory of Music in Cologne, and this fact is unsurprising, given the close similarity of their styles. When they?re fast, they?re furious, when they slow down, they exhibit a Bergian languor. One can guess that they listened to a fair amount of Webern, Schoenberg, Boulez, and Carter during those student days and nights in what used to be the avant-garde music capital of the world. (...)«
Greg Buium, down beat magazine
»Kwast is a patient, precise 60-minute abstraction. Amsterdam-based German pianist Achim Kaufmann, de Joode and Gratkowski act as a query-fired engine; the musical questions keep things humming. Some will say this trio sounds like Anton Webern, Jimmy Giuffre and Charlie Parker; others will say its like nothing you've ever heard before.«
Marc Chenard, Liner notes zu »unearth«
»In this follow up release, pianist Achim Kaufmann, reedist Frank Gratkowski and bassist Wilbert de Joode have succeeded in meeting one of the prime challenges of improvised music, i.e. of achieving a very different sounding set of music than in its previous effort. In Unearth, these musicians focus moreso on discursive strategies, whereas its predecessor emphasized timbral explorations. (...)«
Pressestimmen – Achim Kaufmann Trio
Reinhard Kager, SWR
»In Knives... schenkt sich der SWR-Jazzpreisträger wahrlich nichts, um neue Klangfacetten zu erschliessen. Durch Griffe ins Innere des Klaviers, durch percussive Effekte oder durch Streichen, aber natürlich auch durch stupende Geläufigkeit auf der Tastatur.«
Christian Carey, Splendid Magazine
»Of all the artists covered this month, pianist Achim Kaufmann takes jazz the furthest out of its traditional confines. His musical language combines formidable traditional chops with the extended playing techniques of avant-garde concert music (à la Cage and Cowell). (...) if Anton Webern had written bebop, this is what it might well have sounded like.«
Dan Warburton, Paris Transatlantic
»Stylistically it's refreshingly hard to pin down (...) – Kaufmann is fluid, supple, exhibiting a relaxed and nuanced pianism that owes as much to a classical training, and the tradition of the Etude (Debussy and Ligeti..) ... Kaufmann's reading of »2300 Skiddoo« is a real treat (and reveals a thorough knowledge of Misha, Monk – but also Messiaen), but it's only one of a whole bag of treats on offer here.«
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